„Plastik überall – was bedeutet das eigentlich?“

war das Thema unseres Gruppenabends am 24.5. Erdölprodukte/Plastik bestimmen unser Leben, führen zur Wegwerfgesellschaft und zu mangelnder Resilienz gegen Entwicklungen auf Weltmärkten. Und sie sind im wahrsten Sinne des Wortes überall! Sehr gut zeigt das der Film „Plastic Planet“, den wir uns gemeinsam angeschaut haben.

  • „Verhältnis Plastik: Plankton im Meer bis zu 60:1,durchschnittlich 6:1“
  • „Bisphenol A ist in weichem Plastik und vermindert die Spermienzahl“
  • „Nur der Hersteller kennt die Rezeptur und hält sie geheim“
  • „Eine Nachweispflicht für Unschädlichkeit besteht nicht“
  • „Phtalate in Kinderspielzeug sind gesundheitsschädlich.“

Das Meiste schon mal gehört, doch in seiner Bedrohung verdrängt. Deutlich gedrückte Stimmung und schleppende Diskussionen nach Filmende. Kritik: Solche Filme brauchen wir nicht, gibt genug davon, wird verdrängt, brauchen positive Filme. Oder aber: Muss immer wieder gezeigt werden, in Erinnerung gerufen werden.

Wir haben festgehalten, wo wir als Erstes auf Plastik verzichten könnten:

  • Plastik in der Küche
  • Plastik bei Lebensmitteln
  • Plastiktüten
  • Haushaltsgegenstände, diverse Bekleidung
  • Trinkflaschen
  • Babyflaschen

Wo erscheint uns Plastik wichtig/sinnvoll:

  • dauerhafte Gebrauchsgegenstände
  • medizinische Geräte
  • Bekleidung, Schuhe
  • Kondome
  • Ferngläser
  • Zahnbürste

(das ist eine Sammlung von Einzelbeiträgen)

Hier nun ein persönliches Fazit:

Plastik betrifft mich unmittelbar, wenn es um meine/meiner Familie Gesundheit geht. Hier ist jedem selbst überlassen, für wie gefährlich er das Problem hält. Plastik betrifft die ganze Welt, wenn ich die Unmengen von Plastikresten sehe, die im Meer landen und unsere Flora und Fauna über Jahrhunderte beeinflussen werden. Plastikproduktion  macht 4% des Erdölverbrauchs aus.

Der Film ist in der Tat ein sehr althergebrachter Film der Umweltbewegung mit erhobenem Zeigefinger, wenn auch teilweise mit amüsierendem Anklang. Der Schrecken überwiegt. Er bestärkt mich aber in dem Wissen, dass der Lebensstil der Transition Bewegung der Richtige ist:

  • Entschleunigung führt dazu, dass ich Obst und Gemüse (in kleinem Maßstab) selber anbaue, ernte oder verarbeite – garantiert plastikfrei, dass ich die Zeit habe, auf dem Markt meinen eigenen Beutel für die Kartoffeln mitzunehmen, meine eigenen Behälter zum Befüllen mitbringe
  • Regionalisierung heisst, dass mein Brot in die Papiertüte oder in den Brotbeutel beim Bäcker kommt statt im Supermarkt in Plastik verpackt
  • Nachhaltiges Wirtschaften heisst, dass meine Produkte langlebig und reparaturfähig sind (da können sie an geeigneter Stelle natürlich auch Plastik enthalten), dass Einmalartikel weitestgehend tabu sind

Alles nur für die „besser Gestellten“ – andere müssen doch zu Aldi und Co? Lass ich nicht gelten, da nachhaltige, langlebige Produkte sich bezahlt machen, der Markt zum Toreschluss sehr günstig wird und frei zu erntendes Obst (Brombeeren, Mirabellen, Äpfel etc.) für alle, die beweglich sind zu haben ist. Erfüllung im Selbertun finden ist ein Baustein!

Der Film kann über uns auch ausgeliehen werden. Tipp: nicht alleine gucken!

(Ulrike H.)

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Eine Antwort zu „Plastik überall – was bedeutet das eigentlich?“

  1. Andreas Galka schreibt:

    Dieser Film entlaesst mich erheblich verunsichert und irritiert – obwohl es zunaechst einmal nur um gewisse technisch-medizinische Probleme mit Kunststoffen zu gehen schien.

    Aber diese Stoffe umgeben uns ja tatsaechlich ueberall, nicht nur in den kleinen
    und grossen Geraeten im Haushalt, sondern auch in unserer Kleidung, die ganz oder
    teilweise aus Kunstfasern besteht. Fast meine ich zu spueren, wie ein Heer kleiner gruener Kuegelchen mit fiesem Gesichtsausdruck in meinen Koerper diffundiert und dort die Zellen schwarz werden laesst.

    Kann es wirklich sein, dass unterschiedslos alle Stoffe der petrochemischen Industrie uns und den Planeten krank machen? Der Film scheint da nicht gross zu differenzieren. Und was ist mit anderen Stoffen, kuenstliche sowie natuerliche? Ist wirklich alles unbedenklich, was nicht kuenstlichen Ursprungs ist?
    Auch in der vorindustriellen Zeit gab es schon Vergiftungen. Die Dosis macht das Gift, sagten frueher die Aerzte. Der ganze Planet wird heute mit kleinen Plastikteilchen vergiftet, die sich in einigen Jahrhunderten allmaehlich wieder abbauen werden – besser natuerlich, das waere so nicht geschehen; aber vermutlich ist unreflektierte Panik auch keine hilfreiche Reaktion.

    Jedenfalls werde ich ab jetzt Kinderspielzeug aus Holz den Vorzug geben. Hingegen habe ich noch keinen Anbieter gefunden, der Computertastaturen aus Holz (oder Edelstahl) anbietet, also bleibt es dafuer beim Plastik 😦

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